Häfler Sänger sind im Höhenflug

Publiziert mit freundlicher Genehmigung von: Schwäbische Zeitung, 11.08.2006 Original Zeitungsseite als PDF-Download

FRIEDRICHSHAFEN - Fast hätte seine Mama keine Karte mehr fürs Konzert des Sohnemanns gekriegt - so riesig ist der Ansturm auf die Karten für die beiden F.I.T.A.-Auftritte beim Kulturufer. Mathias Hager und seine fünf a-cappella-Bandkollegen sind so gefragt, dass sie heute um 20 Uhr zum zweiten Mal loslegen. Diesmal im kleinen Zelt.

Von unserer Redakteurin Ruth Auchter

F.I.T.A. a-capella

A-cappella ist angesagt. Doch die fünf Ailinger und ihr Kompagnon aus Eriskirch haben den Trend schon vor neun Jahren erkannt: Seither treten sie nämlich unter dem geheimnisvollen Kürzel F.I.T.A. rund ein Dutzend Mal im Jahr auf - bei Firmenfeiern, Hochzeiten oder öffentlichen Konzerten. Was die Abkürzung F.I.T.A. heißt, damit will Hager allerdings partout nicht rausrücken. Der Name passe eigentlich nicht mehr, räumt er ein - ändern wolle man ihn aber auch nicht. Und so macht sich die Truppe einen Spaß draus, auf ihrer Homepage amüsante Interpretationen und Ideen dazu zu sammeln, was sich hinter der Buchstabenkombination F.I.T.A. wohl verbergen könnte. Wer eine coole Anregung liefert, wird mit Freikarten belohnt.

Es gibt T-Shirts und Tangas

Auch sonst gehen die sechs, die im Schnitt 33 Jahre alt sind, ihre Karriere nicht unbedingt bierernst an. Neben T-Shirts hat die (vorwiegend weibliche) Fangemeinde beispielsweise auch die Möglichkeit, einen F.I.T.A.-Tanga zu erstehen. Und vor Auftritten gönnen die Musiker sich nicht bloß karges Mineralwasser, sondern greifen durchaus auch zu einem Gläschen Rotwein - schließlich "macht das locker und nimmt die Aufregung", wie Hager weiß. Abgebrüht sind die Jungs jedenfalls nach all den Jahren nicht - schließlich betreiben sie die a-cappella-Schiene als Hobby.

Ursprünglich waren die F.I.T.A.-Sänger an Instrumenten zugange: Sie hatten allesamt in Vereinen Horn, Posaune oder das tubaähnliche Bariton gespielt. Weil man nach Proben gern mal zusammen gehockt und die "Fischerin vom Bodensee" geträllert habe, sei irgendwann die Lust aufgekommen, die "unkoordinierte Mehrstimmigkeit" in akustisch geordnetere Bahnen zu lenken, erinnert sich Hager: "Das war für uns eine Herausforderung." Seither probt man mal mehr, mal weniger intensiv - aber immer in derselben Konstellation. Auch wenn weit entfernte Arbeitsorte oder Kindersegen es nicht immer so einfach machen, Termine zu finden, an denen alle können.Vor allem Hendrik Wocher muss sich jedes Frühjahr drei Monate lang ausklinken - weil er sich dann um "seine" Fischbrut im Bayerischen Wald kümmert. Kein Grund für die Truppe, um auseinander zu fallen: Wenn Wocher nicht da ist, probt man halt zu fünft - derweil übernimmt seinen Part der Computer.

Konstellation soll so bleiben

Und Wocher hat einen wichtigen Part: Erstens arrangiert er Songs so, dass sie a-cappella-tauglich werden. Und zweitens hat er laut Hager eine solch "dominante, voluminöse Bass-Stimme, dass es schwierig wäre, für ihn einen Ersatz zu finden". Mal abgesehen davon, dass die sechs Kumpels in jedem Fall "so zusammen bleiben wollen wie wir sind", wie Hager betont.

Er selbst (Tenor und Bariton) sorgt - jeweils spontan - für den roten Faden und die Lead-Stimme in den Konzerten, Achim Hildebrand (Tenor und Bariton) ist der Kontaktmann für Firmenfeiern, Christian Bittner (Tenor) dokumentiert sämtliche Auftritte in einer Band-Biographie, Elmar Erhart (Tenor) ist "mit seiner angenehmen Kopfstimme für die hohen Lagen zuständig" (Hager) und Michael Winstel (Bariton und Bass) gilt als ruhender Pol in der Sangesgemeinschaft: Wenn die übrigen fünf Individualisten sich mal aneinander reiben oder die Nerven blank liegen, dann greift Winstel ein. Er dämpft die Gemüter und "hält die Fäden zusammen", berichtet Hager schmunzelnd.

Alles in allem also beste Voraussetzungen, um heute wieder mal (nicht nur!) weibliche Fan mit Janis Joplin- oder Robbie Williams-Songs zu bezirzen, die a-cappella-Version ein bisschen anders klingen als man's kennt.

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